Archiv der Kategorie: Rezensionen

Tana French – Totengleich

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Wow, das Cover ist toll! Im Buchladen meines Vertrauens wurde groß Werbung für Tana Frenchs dritten Roman Sterbenskalt gemacht. Hörte sich gut an. Daneben stand der zweite Band Totengleich. Leider gab es den ersten Band (Grabesgrün) nicht 😦 Das Buch hörte sich aber so spannend an, dass ich es wagte und den zweiten vor dem ersten Band mitnahm. Noch nicht ganz schlüssig, ob ich wirklich mittendrin anfangen sollte, ließ ich das fast 800 Seiten dicke Schätzchen liegen. Nach dem Lesen einiger Rezensionen entschied ich mich dann doch, direkt mit dem zweiten Band zu starten.

Hauptfigur sowohl des ersten als auch zweiten Buches ist Cassandra „Cassie“ Maddox, Detective für Häusliche Gewalt in Dublin, war aber zuvor als Undercover-Agentin und im Morddezernat tätig. Dem Leser wird nach und nach kurz erklärt, wie es dazu kam, dass Cassie nun nicht mehr die „spannenden“ Fälle bearbeitet. Genauere Aufklärung dürfte Band 1 geben.

In einem alten Cottage wird eine tote junge Frau gefunden, die Cassie Maddox bis aufs Haar gleicht. Doch nicht nur das. Auch hat sie Cassies alte Undercoveridentität angenommen und lebte unter dem Namen Lexie Madison. Um aufzuklären, wer diese Frau war, warum sie getötet wurde und wer ihr Mörder war, wird aus Cassie wieder Lexie. Sie kehrt nach Whitethorn House zurück – zurück zu Abby, Rafe, Daniel und Justin. Die fünf waren nach außen Außenseiter, doch lebten als enge Gemeinschaft zusammen. Sie bildeten eine scheinbar untrennbare Einheit. Cassie, die sich zu Beginn noch gegen diese Ermittlungen sträubte, lernt mehr und mehr das Leben der fünf zu schätzen. Die reale Welt scheint so fern, dass die Undercoverarbeit immer lästiger wird, die Grenzen verschwimmen. Bis Daniel misstrauisch wird. Ist es wirklich Lexie die zurückgekehrt ist?

Tana French zieht den Leser gekonnt immer tiefer in das Leben in Whitethorn House hinein. Wie ein KoKon wirkt die Kombination aus weicher Sprache und verschlungenen Geschehnissen.

Der Garten verschreckt, im verblassenden goldenen Licht. Die Vögel verstummt, die schwingenden Zweige mitten in der Bewegung erstarrt, das Haus eine gewaltige Stille, die lauschend über uns hing. Ich hatte aufgehört zu atmen. Lexie kam über das Gras geweht wie ein sibriger Windstroß, sie wiegte sich in den Weißdornbäumen und balancierte leicht wie ein Blatt auf der Mauer neben mir, sie glitt an meiner Schulter entlang und brannte mir den Rücken hinunter.

Seite 577

Ein sehr gelungener Roman, der in vielen Teilen mehr ist als einfach nur Krimi. Punktabzug gibt es für die manchmal doch etwas zu weitschweifigen Ausführungen. 100 Seiten weniger hätten dem fast 800 Seiten langen Krimi keinen Abbruch getan. Trotz allem: Auch Buch eins und drei werden den Weg in mein Bücherregal finden.

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Amy Butler’s Style Stitches

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Als Dank für die fleißige Arbeit in der Weihnachtswichtelcrew gab es für mich und meine Nähmaschine vom Bärtigen ein tolles Nähbuch: Amy Butler’s Style Stitches. Die nächsten Projekte werden also daraus entstehen … bevor ich aber die Stoffläden stürme, gibt es hier noch einen Einblick, was das Buch Tolles zu bieten hat.

Im Buch enthalten sind 12 verschiedene Nähprojekte: von klein bis groß, von einfach bis anspruchsvoll ist alles dabei. Für die meisten Modelle werden verschiedene Ausführungen angeboten: mit kurzen und langen Hänkeln oder ein großes und ein kleineres Modell.

Hier eine erste Übersicht. Die Bilder wurden von Amy Butlers Mann David aufgenommen.

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Da fällt die Entscheidung schwer, welche Tasche Frau zuerst nähen möchte … 🙂

Karen Rose: Todesbräute

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In der Nähe von Dutton wird eine junge Frau brutal ermordet aufgefunden – eingewickelt in eine Decke, das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit zertümmert. Special Agent Daniel Vartanian nimmt die Ermittlung auf und stößt schon bald auf den Fall von Alicia Tremain, die vor 13 Jahren auf gleiche Weise getötet wurde. Doch ihr Mörder wurde verurteilt und sitzt im Gefängnis. Ein Nachahmer, oder wurde der falsche für die Tat verhaftet?
Viel Arbeit wartet auf Vartanian, als plötzlich Alicias Zwillingsschwester Alex bei ihm auftaucht und ihn um Hilfe bittet, ihre seit kurzem vermisste Stiefschwester zu finden. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche – und geraten selbst ins Visier des Mörders.

Strudelartig wird man in die Ermittlungen gezogen, trifft alte Bekannte aus „Todesschrei“ wieder, sieht die Liebe zwischen Daniel Vartanian und Alex Fallon wachsen – trotz der widrigen Umstände. Ein sehr packender Krimi, der einen lange im Unklaren lässt, wer hier der Bösewicht ist – und es gibt nicht nur einen! Sehr empfehlenswert.

Verlag: Droemer Knaur
Originaltitel: Scream for me

Suzanne Collins: Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe

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Die Hungerspiele sind eine grausame Attraktion in Panem. Jeder der 12 Distrikte schickt zwei Teilnehmer in eine Arena, die am Ende nur einer lebend verlassen wird – doch nicht bei den letzten Spielen. Katniss und Peeta, beide aus Distrikt 12, weigerten sich, sich gegenseitig zu töten. Als gemeinsame Sieger und Liebespaar kehren sie heim. Doch sind sie kein wirkliches Paar. Peeta liebt Katniss, aber Katniss ist hin- und hergerissen zwischen ihm und ihrem besten Freund Gale. Für wen schlägt ihr Herz? Für wen empfindet sie Freundschaft, für wen Liebe?
Unsicher in ihren Gefühlen muss Katniss an Peetas Seite ganz verliebt die Reise durch die anderen Distrikte antreten. Ihre Verweigerung Peeta zu töten hat für Aufruhr gesorgt, erste Aufstände wachsen aus dem Unmut der Bevölkerung. Katniss wird zum Symbol des Aufstands. Ihr ist klar, dass das Kapitol alles andere als erfreut darüber ist und sie dafür verantwortlich gemacht wird. Doch was kann sie tun? Und dann kommt die Nachricht, mit der niemand gerechnet hat: Die Tribute der diesjährigen Hungerspiele werden aus den Gewinnertributen der vergangenen Jahre gestellt – Katniss und Peeta müssen zurück in die Arena. Und Katniss ist bereit, alles dafür zu tun, dass Peeta überleben wird, und hofft, dass ihre Familie, ihre Freunde, Gale nicht auch für ihr Verhalten bestraft werden.

„Gefährliche Liebe“ ist eine sehr gelungene Fortsetzung von Band 1 der „Tribute von Panem“. Wie oft war ich zu Tränen gerührt! Suzanne Collins schafft es, den Leser mitten in die Geschehnisse in Panem zu ziehen.
Einziger Wehrmutstropfen: das Ende. Total ausser Atem folgt man Katniss und ihren Mitstreitern im Kampf um das Überleben – und wird abrupt in die Realität zurück geholt, als die letzte Seite ausgelesen ist. Für meinen Geschmack ein etwas zu jähes Ende. Also schnell auf zu Band 3!

Verlag: Oetinger Friedrich Gmbh
Originaltitel: The Hunger Games. Catching Fire

Lisa Lam: The Bag Making Bible

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Vor zwei Tagen noch rief ich im Buchladen meines Vertrauens an und fragte nach meiner Bestellung. Ende August bestellte ich DAS Buch für taschenwütige Näherinnen und erhielt den Hinweis, mich ca. 3 Wochen gedulden zu müssen. Nun gut, ich, die Ungeduld in Person, wartete und wartete … nix passierte. Ich leide an Paranoia und bildete mir irgendwann ein, dass die Bestellung vielleicht gar nicht richtig bearbeitet wurde. Rief also an. Genaues konnte man mir nicht sagen, die Bestellung läuft noch, neu bestellen bringt nix, das Buch ist derzeit ausverkauft. Also … weiter warten. Und siehe da! Heute erhielt ich eine Mail: Ihr Buch liegt zur Abholung bereit. JUPPI!! Selbstredend bin ich direkt vom Büro in den Buchladen und habe das lang ersehntes Buch abgeholt: The Bag Making Bible von Lisa Lam (Homepage / Online-Store www.u-handbag.com; Blog:  www.u-handbag.typepad.com). Jetzt muss nur noch die Ladung neuer Stoffe eintreffen und los geht’s.

Was das Buch bietet:
Introduction / Equipment
Lisa gibt eine Einführung in das Werkzeug, das man benötigt, um Taschen zu nähen, erklärt die Nähmaschiene, stellt verschiedene Nähfüßchen und die Anatomie der Tasche vor, damit auch ein Taschennähneuling weiß, wovon die Rede ist in den Nähanleitungen.
1. Getting Started
Wie liest man Schnittmuster, passt diese an und schneidet Stoff zu? Hier gibt es die Antworten.
2. Choosing Fabrics
Es werden verschiedene Stoffarten vorgestellt. Lisa gibt Tipps, welche Stoffmuster und Farben gut zueinander passen. Taschen werden mit Vlies verstärkt, die verschiedenen Einlagen werden hier ebenfalls vorgestellt.
3. Structure and Reinforcement
Um einer Tasche Struktur zu verleihen, kann der Boden abgeflacht werden, Falten eingearbeitet und die Spitzen am Boden verstärkt werden. Lisa gibt viele Tipps, was gut aussieht und was zu beachten ist.
4. Linings
Die meisten Taschen haben ein Futter. Welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, dieses zu gestalten und in die Tasche einzufügen lernt man in diesem Kapitel.
5. Closures
Natürlich wollen wir nicht, dass unsere Habseligkeiten durch die Gegend kullern, sobald die Tasche umkippt. Egal ob verschiedene Versionen von Reißverschlüssen, magnetischen und Klippverschlüssen – alles kein Problem und natürlich chic!
6. Handles and Straps
Was wären Taschen und Hänkel und Tragegurte. Egal ob selbstgemacht oder gekauft – es gibt beinahe unendliche Möglichkeiten.
7. Pockets
Eine Tasche braucht ein Innenleben und damit Frau auch schnell findet, wonach sie sucht, müssen Innentaschen her.
8. Edgings and Trimmings
Um das Täschchen aufzuhübschen, gibt es diverse Möglichkeiten: Paspeln, Biesen, Pailletten, etc.

Am Ende jedes Kapitels gibt es je eine Anleitung für eine Tasche, damit man auch alles gleich ausprobieren kann. Für diese Taschen sind am Ende des Buchs Schnittmuster enthalten.

Alles in allem, ein fantastisches Nachschlagewerk rund ums Nähen von Taschen. Toll! 🙂

Testleserunde – Isabel Ashdown „Am Ende eines Sommers“

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Im LovelyBooks-Blog wurden mal wieder Testleser gesucht. Diesmal für den Roman „Am Ende eines Sommers“ von Isabel Ashdown. Und – juchu!! – ich bin eine der 25 Testleser. Toll! Hat lange nicht mehr geklappt. Bin gespannt, wann das Buch hier eintrudelt. *freu*

Südengland, Ende der sechziger Jahre: Mary und Rachel sind Schwestern, fast erwachsen, einander innig verbunden, unbekümmert und süchtig nach Leben. Rachel, die Ältere, ist immer ein paar Schritte voraus. Doch dann entflieht ausgerechnet Mary ihrer Kindheitswelt so vehement, dass ihre Familie sie verstößt und Rachel den Kontakt abbricht. Die beiden ahnen nicht, dass sie sich erst viele Jahre später wiedersehen werden.

Portsmouth, 1985: Jake ist dreizehn, als seine Eltern sich trennen und er sein Leben selbst in die Hand nehmen muss. Seine Mutter Mary ist zwar sehr liebevoll, ihr Alkoholismus zerstört aber die Familie. Jakes älterer Bruder Matthew ist abgehauen, Jake und sein jüngerer Bruder Andy leben bei Mary, die sich über Wochen hinweg entzieht und sich nicht um die beiden kümmert. Doch Jake lässt sich seine Träume nicht nehmen: Er trägt Zeitungen aus, spart für eine Hi-Fi-Anlage, freut sich auf die Ausflüge mit seinem Vater und verknallt sich in seine junge Lehrerin. Immer wieder keimt die Hoffnung auf, alles könne sich doch zum Guten wenden – vor allem, als Rachel wieder in Marys Leben tritt. Doch mit Rachel kehrt auch ein lang gehütetes Familiengeheimnis zurück…

J.D. Robb – In den Armen der Nacht

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Wir schreiben das Jahr 2059. Lieutenant Eve Dallas wird mitten in der Nacht zu einem grausigen Tatort gerufen. Eine ganze Familie wurde eiskalt ausgelöscht, nur die 9-jährige Tochter Nixie hat durch einen Zufall überlebt und musste die Tat mit ansehen. Was hat Familie Swisher getan, dass sie so ein Schicksal erleiden musste? Selbst die Haushälterin musste ihr Leben lassen.
Da zu erwarten ist, dass die Auftragskiller alles andere als amüsiert sein werden, wenn sie feststellen, dass ihnen ein Familienmitglied entwischt ist, bringt Dalles Nixie kurzerhand in ihrem eigenen Zuhause unter. Und das, obwohl Dallas mit Kindern überhaupt nichts anfangen kann. Aber Nixie vertraut dem Lieutenant und ihrem Mann Roark und treibt Dallas somit bis an ihre eigenen Grenzen. Immer wieder sieht sie sich selbst in dem kleinen Mädchen, das so viel Leid ertragen muss. Wird sie sich auf den Fall konzentrieren und ihn lösen können? Sie muss, denn sie hat es Nixie versprochen.
Ganz besonders beeindruckt hat mich das Kapitel, in dem Eve es Nixie ermöglicht ihre Familie in der Pathologie noch einmal zu sehen und sich zu verabschieden.

„Jetzt will ich meine Mutter sehen. Kommen Sie mit?“
Oh Himmel, dachte Eve, nahm aber Nixies Hand und trat mit ihr vor die Lade, die Morris aus dem dunklen Schubfach zog.
Eve kannte das Gesicht inzwischen gut. Eine hübsche Frau, die die Form des Mundes an die Tochter weitergegeben hatte. Jetzt war sie wachsweiß mit einem leicht überirdisch blauen Schimmer und war auch wachsweich, wie es bei Toten üblich war.
Nixies Finger zitterten, als sie die Hand ausstreckte und über die weiche, weiße Wange ihrer Mutter strich. Als sie den Kopf in Höhe der mütterlichen Brust auf das weiße Laken legte, stieß sie ein leises, schmerzerfülltes Jaulen aus.

Nora Roberts alias J.D. Robb schafft es immer wieder, dass man mit den Charakteren fühlt.
Ein sehr lesenswerter Krimi aus der Reihe um Eve Dallas.