Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Brené Brown | Vulnerability

Standard

Brené Brown ist Research Professor an der University of Houston. Die letzten zehn Jahre hat sie zum Thema Verletzlichkeit, Mut, Authentizität und Scham geforscht. Die ersten fünf Jahre hat sie sich dabei auf Scham und Empathie konzentriert und basierend darauf forscht sie nun zum Thema Wholeheartedness (wholehearted = aus ganzem Herzen). Eine der Fragen, die sie dabei stellt ist folgende: How do we cultivate the courage, compassion, and connection that we need to recognize that we are enough – that we are worthy of love, belonging, and joy?

Ich bin bereits mehrfach auf Videos von ihr gestoßen und fand diese immer sehr interessant. Eine interessante These vertritt sie in folgendem Video: Verletzlichkeit ist die Voraussetzung, um angenommen und geliebt zu werden. Ein sehr empfehlenswertes Video (auf Englisch). Nehmt euch 20 Minuten Zeit – und vielleicht ein bisschen mehr um drüber nachzudenken – und seht euch dieses interessante, hin und wieder witzige, und vor allem aussagekräftige Video an.

[07:19]
„People that have a strong sense of love and belonging believe that they’re worthy of love and belonging. That’s it!“

[08:47]
„What they had in common was a sense of courage. […] And so these folks had very simply the courage to be imperfect. They had the compassion to be kind to themselves first and then to others, because, as it turns out, we can’t practice compassion with other people if we can’t treat ourselves kindly. And the last was, they had connection, and this was the hard part, as a result of authenticity. They were willing to let go of who they thought they should be in order to be who they were. Which is, you have to absolutely do that for connection.
The other thing that they had in common was this: they fully embraced vulnerability. They believed that what made them vulnerable made them beautiful. They didn’t talk about vulnerability being comfortable nor did they really talk about it being excruciating […] they just talked about it being necessary. They talked about the willingness to say ‚I love you‘ first, the willingness to do something where there are no guarantees, the willingness to breath through waiting for the doctor to call after your mammogram, they are willing to invest in a relationship that may or may not work out. They thought this was fundamental.“

[15:18]
„This is the world we live in. We live in a vulnerable world. And one of the ways we deal with it is we numb vulnerability. […] The problem is, and I learnt this from the research, that you cannot selectively numb emotion. You can’t say: here’s the bad stuff, here’s vulnerability, here’s grieve, here’s shame, here’s fear, here’s disappointment. I don’t want to feel these. I’m gonna have a couple of beers and a banana nut muffin. I don’t want to feel these. […] You can’t numb those hard feelings without numbing the other affects or emotions. You cannot selectively numb. So when we numb those, we numb joy, we numb gratitude, we numb happiness. And then we are miserable and we are looking for purpose in meaning. And then we feel vulnerable so then we are having a couple of beers and a banana nut muffin and this becomes a dangerouse cycle.“

[19:09]
„I’ll leave you with this. This is what I’ve found. To let ourselves be seen, deeply seen, vulnerably seen. To love with our whole hearts even though there is no guarantee. […] To practice gratitude and joy in those moments of kind of tear when we are wondering can I love you this much, can I believe in this as passionately, can I be this fierce about this just to be able to stop and instead of catastrophizing what might happen to say ‚I’m just so greatful‘ because to feel this vulnerable means I’m alife.
And the last, which I think is probably the most important, is to believe that we’re enough. Because when we work from a place I believe that says ‚I’m enough‘ then we stop screaming and start listening. We are kinder to the people around us and we are kinder to ourselves.“

Advertisements

Nachbeben in Japan

Standard

Die letzte Woche war sehr ereignisreich. Japan wurde von einem schweren Erdbeben der Stärke 9.0 erschüttert, ein Tsunami war die Folge, der ganze Ortschaften dem Erdboden gleich machte. Tausende Menschen ließen ihr Leben, Abertausende verloren ihr Zuhause, Verwüstung und Elend wohin das Auge sieht.  Als wäre das nicht genug, wurden durch die Naturkatastrophe diverse Atomkraftwerke beschädigt. Seit Tagen befürchtet alle Welt einen Atomunfall. Kaum auszudenken, was eine radioaktive Wolke für eine Metropole wie Tokio mit über 35 Millionen Menschen und die gesamte Region bedeuten würde. So schnell kann eine Wirtschaftsmacht am Ende sein.

Trotz aller menschlichen Tragödien, die sich derzeit auf Japan abspielen, ist das Naturschauspiel faszinierend. Riesige Erdplatten schieben sich unter- und übereinander. Japan hat sich um ganze 2,4 Meter verschoben! Verwerfungen türmen sich auf, Risse teilen den Boden. Und was können wir tun? Nichts. Der Boden kann sich einfach auftun und ganze Inseln verschwinden lassen, riesige Wassermassen bewegen und unser Planet bekommt langsam aber sicher ein neues Gesicht.

Dennoch sind Erbeben nicht so selten wie wir Europäer das vielleicht denken mögen. In Japan weiß jedes Kindergartenkind, wie man sich verhalten muss, wenn die Erde bebt. Schnell unter den Tisch oder in den Türrahmen gestellt, damit man nicht von herunterfallenden Dingen getroffen werden kann. Selten jedoch sind Erdbeben mit solchen Stärken wie das vom 11. März 2011 vor Japan. Wo und wie stark sich Erdbeben weltweit ereignen, kann man mit dem USGS Earthquake Hazard Program beobachten. Dort gibt es Karten mit den Beben der letzten Stunde (rot), von heute (blau), der letzten Woche (gelb) usw. Kontinenteweise kann man sich ranzoomen und die Erdbeben/Nachbeben und deren Stärke beobachten. Tut man dies ein paar Tage, wird man schnell feststellen, das 20 Erdbeben täglich in manchen Regionen keine Seltenheit sind und trotzdem wird nichts darüber berichtet.

Die folgende Karte zeigt die Erdbeben/Nachbeben vor Japan. Für eine aktuelle Liste der Erdbeben um Japan bzw. in Asien einfach auf die Karte klicken.

Die Welt ohne Internet …

Standard

Heute las ich in der ZEIT ONLINE einen Artikel über die Selbstversuche der Herren Christoph Koch und Alex Rühle. Beide versuchten Internet-abstinent zu leben. Spannend!

Das Internet ohne mich

Zwei neue Selbstversuche, offline: Christoph Koch und Alex Rühle beschreiben in ihren Büchern das Leben ohne Netz und digitalen Boden.

Man stelle sich vor, man ist verabredet – und kann nicht kurzfristig die viertelstündige Verspätung ankündigen, kurz noch einmal nachfragen, wo genau man jetzt eigentlich verabredet war – das Handy? Abgeschaltet für die nächsten Wochen. Morgens kann man nicht online die neuesten Neuigkeiten lesen, schnell nach dem Wetter gucken. Gab es wichtige (oder auch weniger wichtige) Mails? Wo ist das neue Restaurant, von dem in der Mittagspause alle gesprochen haben. Kommt nicht auch ein neuer Film im Kino? Wann läuft der wo? Ach, da spielt der tolle Typ mit, gleich mal googeln. Abends dann noch bei Facebook den Freunden aus Madrid und London eine Mail schicken.
Ich bin Übersetzerin und kann mir meine Arbeit ohne Internet nicht vorstellen. Zu jedem Thema muss ich erst einmal recherchieren – Was genau ist Arthrose? Wie sieht das eigentlich genau aus, das Gerät, mit dem man dann ins Knie gucken kann. Ah  ja. Und das Gutachten zur Jacht XY … da müssen die entsprechenden Teile gesucht und sprachlich genaustens analysiert werden. Den Duden gibt es auch online, genauso wie diverse Wörterbücher, Lexika, Enzyklopädien. Viele Menschen haben sich Mühe mit fachspezifischen Glossaren gemacht – online für jedermann zugänglich. Wie oft war das schon meine Rettung! Und zur Not, wen gar nichts mehr geht – ab ins Forum. Da gibt es immer jemanden, der einem weiterhelfen kann. Nein, also arbeiten ohne die neuen Medien, das geht gar nicht.
Ich ziehe den Hut, dass ausgerechnet zwei Journalisten auf die „neuen“ Medien verzichtet haben – und dann auch noch für so lange Zeit!
Ich gebe zu: Ich bin internet- und mediensüchtig. Wenn man mir plötzlich alle Kabel klauen würde und nichts mehr ginge … was wären das für Qualen, die ich ausstehen müsste! Aber eigentlich wäre es einen Versuch wert. Ich würde abends 23 Uhr bereits selig schlummern und nicht noch einen Post für meinen Blog schreiben, obwohl ich totmüde bin, nicht jeder wäre unterrichtet, dass ich heute ein Buch – online versteht sich – gewonnen habe, aber wäre das schlimm? Vielleicht schließe ich mich Koch und Rühle an … zumindest für ein Wochenende. Das wäre doch was!